Der bunte Süden Irlands
Eine Unterkunft für diesen Stopp auszuwählen, war keine so einfache Entscheidung. Es gab einfach viel, viel zu viele zu schöne Dörfchen, die ich gerne besichtigen würde. Irland ist einfach zu schön, um wahr zu sein. Und ich wollte, wie immer, alles auf einmal 😊
Die Unterkunft musste zentral sein, so dass all die Dörfer und Aktivitäten nicht zu all weit weg voneinander entfernt sind und wir nicht zu lang fahren müssten. Maximal eine Stunde Fahrt war noch akzeptabel. Es hat gedauert bis wir uns entschieden haben. Nach einem gefühlt ewigen Hin und Her wurde es im Endeffekt das Woolen Mills Hotel in Blarney https://www.guestreservations.com/blarney-woollen-mills-hotel/. Das Hotel war super sauber, stylisch, wobei für meinen Geschmack ein wenig zu viele Kunstblumen herumstanden und in der Lobby roch es sehr stark nach Raumduft. Der Geruch war gut aber ein bisschen zu penetrant bzw. zu intensiv für meinen Geschmack. An sich war das Hotel selbst fast schon eine Attraktion. Es gab einen eigenen Pub, Kantine, Food Truck, Fashion Store … etc. Grund dafür sind die eigenen Wollmühlen. Direkt vor Ort werden super hübsche Kleidungsstücke aus Wolle fabriziert. Es waren tatsächlich super schöne Teile dabei. Aber nicht gerade günstig, sodass ich meinen Geldbeutel vorsichtshalber immer im Zimmer gelassen hatten, wenn wir uns auf dem Hotelgelände aufhielten.


Nach der Ankunft hatten wir für den Rest des Tages nichts geplant, schön zu Abend gegessen und einen gemütlichen Spieleabend gemacht. Wir hatten an den kommenden Tagen einiges auf der ToDo-Liste, sodass wir uns entschieden haben – diesen Abend ganz gemütlich im Zimmer zu sein.
Am nächsten sonnigen Tag waren wir wieder unterwegs. Dieses Mal ging es in das Fischerdörfchen, Kinsale. Wir haben ca. eine Stunde von Blarney nach Kinsale gebraucht. Der Weg dorthin war sehr idyllisch, ländlich und hat mir sehr gut gefallen. Sobald man das Fischerdörfchen erreicht, verschlägt es einem den Atem und man möchte so schnell, wie möglich raus aus dem Auto. Das ging leider nicht ganz so zügig, wie erhofft, es war schon ganz schön mühsam einen freien Parkplatz zu finden. Nachdem wir ein paar Runden gedreht hatten, wurden wir endlich fündig. Und das auch noch super zentral – Pures Glück. Wir stiegen aus dem Auto und das war der Beginn eines wunderschönen Tages in einem wunderschönen, kunterbunten Dörflein. Wir spazierten entlang der schmalen Gassen, wo kaum ein Auto reinpasste aber diese sich trotzdem durchquetschten. Jedes einzelne Häuschen war einzigartig. Ich glaube kein Einziges hatte die gleiche Farbe – jede Farbe war vertreten. Obwohl wir echt Schwierigkeiten hatten einen Parkplatz zu finden, hatte ich nicht das Gefühl gehabt, dass der Ort überlaufen war. Es war gemütlich, ruhig, ordentlich und irgendwie erzeugten die vielen Farben um einen herum eine super Laune. Im Grunde war das ein auch ein Schlemmertag.



Wir spazierten durch die Stadt und hielten dort und da an, wenn wir an all den Köstlichkeiten nicht vorbeilaufen konnten. Eis, Cookies, Fischbrötchen und das Highlight des Tages war der spontane Lunch im Fischy Fischy Home | Fishy Fishy Restaurant, Kinsale, Ireland. Kinsale ist für Jakobsmuscheln bekannt. Und, wie auch Phil Rosenthal, können auch wir bestätigten, dass nicht nur die Jakobsmuscheln ein purer Genuss sind aber auch die Austern. Weil das Restaurant nicht gerade preisgünstig ist, haben wir lange überlegt, ob wir es machen sollen oder nicht. Im Endeffekt, war die Neugierde auf das Geschmackserlebnis doch größer und zudem wir waren doch im Urlaub. Es hieß – jetzt oder nie – Man gönnt sich im Alltag sonst nicht viel! Und wir haben uns für das Hier und Jetzt entschieden. Ich würde es jedem ans Herz legen, der mal in Kinsale vorbeikommt, dort mal zu speisen. Das war wirklich sehr gutes, frisches und super leckeres Fish-Food!





Mit jedem Ort verliebten wir uns immer mehr in Irland. Am nächsten Tag begaben wir uns nach Cobh. Ich glaube, das Bild von den bunten Häusern vor einer in den Himmel ragenden Kathedrale und im Hintergrund das Meer, ist so zu, wie jedem bekannt. Aber ich wollte es auch mit meinen eigenen Augen sehen. Also, ab nach Cobh. Als ich nach der besten Lokation für ein super Foto mit der besten Aussicht im Internet gesucht hatte, bin ich auf eine Privatperson gestoßen, einen Mann, der seinen Garten für ein freiwilliges Trinkgeld zur Verfügung stellt, damit Touristen schöne Fotos machen können. Das nenne ich mal eine Geschäftsidee 😊. Neben dem coolen privaten Fotoshooting-Spot erfuhr ich, dass die Stadt auch mit der Titanic in Zusammenhang steht. Von hier aus betraten die letzten Passagiere das Schiff um den Atlantik zu überqueren. Natürlich wollten wir dann auch die Titanic Experience mitmachten und besuchten das Museum. Ein bisschen Bammel hatten wir vor dem Besuch schon, denn wir wussten nicht, wie Moritz sich im Museum verhalten wird. Aber zu unserer Überraschung wurde Mo zu einem riesen Titanic-Fan und erzählte noch wochenlang Omas und Opas die Geschichte von der Titanic. Ein Schiff für die Badewanne zu Hause musste natürlich auch mit.




So interessant es auch war, war es schon ein komisches Gefühl dort zu sein und den Steg zu sehen, wenn man sich vor Augen führt, was danach für eine Tragödie passierte.
Es fing ein bisschen an zu nieseln, gerade rechtzeitig zum Aufbruch in Richtung Blarney. Wir hatten in einem tollen chinesischem Restaurant für das Abendessen reserviert, wo wir eigentlich schon gestern zu Abend essen wollten. Bei dieser Reise haben wir es partout nicht hinbekommen, am selben Abend dort zu essen, wo wir wollten. Eine Reservierung im Voraus scheint in Irland ein Muss zu sein. Es sei denn man möchte in einem Pub oder Bistro speisen – dort kriegt man eigentlich so gut wie immer Platz. 


Für unseren letzten vollen Tag in Irland stand eigentlich Cork auf dem Programm. Aber aus irgendeinem Grund wollten wir am letzten Tag einfach kein Auto mehr fahren. Wir wollten eigentlich nur einen langen, schönen und erholsamen Spaziergang machen. Und da war die perfekte Möglichkeit dies in den Gärten von Blarney Castle Family Friendly Holiday | World-Famous | Blarney Castle zu machen. Ich hatte mir keine großen Wow-Momente erhofft, eigentlich nur einen entspannten Rundgang. Aber dann – selbst direkt man dem Eingangstor erblickt man einen wunderschönen weiß-blühenden Baum, dessen Äste ganz weit ausragend. Ich hatte solch einen wunderschönen Baum noch nie gesehen. Allein dieser hatte mich schon beeindruckt. Ganz zu schweigen von den Gärten rund um die Burg. Es war sehr eindrucksvoll. Wir hatten uns im Voraus nach den Eintrittspreisen erkundigt und empfanden die als ganz schön hoch. Aber nachdem wir die Sauberkeit, die super gepflegten Gärten und all die damit verbundene Arbeit und Mühe selbst erlebt haben, konnten wir den Preis auch nachvollziehen. Wir hatten einen wunderschönen abschließendenTag gehabt und besser hätte er nicht sein können – und das ganz ohne Auto. So wie wir es wollten.

An unserem Abreisetag regnete es ganz doll. Es war so, als wie wenn Irland mit uns weinte, dass wir wieder nach Hause müssen. Wir hatten eine unglaubliche Zeit als Familie verbracht. Wir werden irgendwann wieder wiederkommen – Denn Irland hat einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen.