Leiden, The Netherlands

If “Plan A” didn´t work. The alphabet has 25 more letters!

Das Jahr 2020 ist eine einzige Katastrophe, im wahrsten Sinne des Wortes.  Die zahlreichen Stornierungen von Reisen und die absolute Planlosigkeit, die ich einst als ein Drama empfunden habe, sind im Endeffekt noch lang nicht das größte Problem.

Zu viele Verluste! Zu viel Schmerz brachte dieses Jahr mit sich. In so manchen Momenten denke ich mir, wie viel kann ein Mensch denn ertragen bis er zur Grunde geht. Ist das der Anfang der Hiobs Botschaft und wann und wie sieht das Ende aus. Die dunklen Zeiten ziehen sich einfach zu lang. Um auf ein wenig andere Gedanken zu kommen, war Leiden (wie ironisch das auch klingen mag) eine Art Ausweg … Ich bin sozusagen nach Leiden um mit meinem persönlichen Leiden fertig zu werden. Für die zwei September-Wochen, in meinem Lieblingsmonat im gesamten Jahr, war eigentlich eine völlig andere Destination vorgesehen. Die 14 tägige Reise nach Norwegen musste natürlich wegen Corona abgesagt werden. Da ich keine zehn Tage in einem Haus in Norwegen in Quarantäne verbringen wollte, entschied ich mich die 24-stündige Reise nicht anzutreten. Stattdessen fassten wir den Entschluss nach Holland mit dem Auto zu fahren, denn 42 Stunden vor der Fahrt war es noch sicher. Wenige Stunden nach der Ankunft war es das jedoch nicht mehr. Noch absurder konnte die Situation nicht werden. Da wir an dieser Tatsache nichts mehr rütteln und schütteln konnten, wir waren ja bereits in einem Risikogebiet, blieben wir also dort.

Leiden – Eine wunderschöne kleine Stadt, ganz in der Nähe des wunderschönen Strandes Noordwijk und nur 45 Minuten Autofahrt von Amsterdam entfernt. Wir entschieden uns recht schnell für das Boutique-Hotel “De Barones Van Leyden” im Stadtzentrum und es war perfekt. Um ganz ehrlich zu sein, viel Auswahl hatten wir aufgrund des spontanen Entscheidung auch nicht. Aber alles was man benötigt hat, war nur wenige Gehminuten entfernt. Super Lage, leckeres Frühstück, sehr saubere und schön eingerichtete Zimmer und die Aussicht erst. Sehr zu empfehlen! Auch in Corona-Zeiten, übrigens. Aber diese Aussage ist zum jetzigen Zeitpunkt ist schon hinfällig.  Der Ort an sich ist eigentlich, wie Amsterdam, nur in klein 🙂 Wenn man genug vom Trubel hat, dann ist Leiden der perfekte Zwischenstopp. Wir hatten für den Aufenthalt in Leiden eigentlich nichts sonderlich Großes geplant, denn eigentlich wollten wir ein Hotel an Strand buchen. Alles Bezahlbare war jedoch in Strandnähe ausgebucht. Darüber war ich ehrlicherweise sehr enttäuscht gewesen. Aber unterm Strich, war es das Beste was passieren konnte. Denn so haben wir auch noch die Umgebung erkundet und noch einen weiteren holländischen Ort ins Herz geschlossen. Natürlich wäre es noch besser, wenn dieser Virus nicht gerade auf der Welt herumwüten würde. Entsprechend den Umständen war der Besuch im Großen und Ganzen sehr gelungen.   Am nächsten Morgen nach dem Frühstück suchten wir den nahe gelegenen Fahrradverleih auf. 15€ pro Tag pro Fahrrad ist ein super Preis um eine ganztägige Fahrradtour zu starten. Seit diesem Sommer sind wir beide große Fans von Fahrradtouren geworden. Aber so verlockend der Preis auch sein mag, die Sattel schwächten die Freude nach einer Zeit ein wenig ab. Dies merkten wir nach den ersten 12-13 Kilometer ganz dolle. Den Rückweg empfanden wir schon ein wenig qualvoll. Über das wunderbare Ziel werde ich aber ein wenig später berichten. So gern wir auch das Fahrradfahren lieben gelernt haben, waren wir dann doch froh diese wieder abzugeben und zu Fuß unterwegs zu sein. Da ich noch mit einem old school-Fahrrad in unserer Heimat unterwegs bin, beschwere ich mich normalerweise darüber, dass mir dir Oberschenkel schmerzen. Nun schmerzte mir mein Hinterteil und das ist dann doch unangenehmer :).

Vom Unangenehmen zum Genüsslichem. Begibt man sich in die Innenstadt von Leiden, trifft man auf unzählige Restaurants mit Spezialitäten verschiedener Länder dieser Welt.  Bei diesem Holland-Besuch sind uns die zahlreichen Steakhouse-Etablisements aufgefallen. Selbst in solch einer kleinen Stadt, wie Leiden, gibt sind wir auf mindestens ein Dutzend gestoßen. Entschieden haben wir uns aber dann doch für einen Chinesen. Wie unoriginell, ich weiß. Aber was das Herz will, stimmt´s? Nur in diesem Fall der Magen. Das “Asian Palace” an der Steenstraat 55 hat wie jeder andere Chinese eine umfangreiche Karte, sodass man erst eine halbe Stunde braucht, um überhaupt die präferierten Gerichte auf ein paar Wenige einzuschränken. Peking-Ente durfte natürlich nicht fehlen und noch ein scharfes Gericht für meinen Schatz. Und alle waren glücklich und zufrieden, nur die Geldbörse nicht. Preiswert ist das Restaurant nicht gerade.

Im Allgemeinen hatte ich das Gefühl gehabt, dass die Preise im Vergleich zum letzten Besuch vor zwei Jahren ziemlich in die Höhe geschossen waren. Bei den abendlichen Spaziergängen war es so ruhig und friedvoll. Ein herbstliches Lüftchen verwirbelte nicht nur die Haare, sondern auch die Gedanken. Es hat mir dann doch echt wahnsinnig gefehlt zu verreisen und ich schätzte mich glücklich doch noch für ein paar Tage weggekommen zu sein.

Dank Leiden, habe ich mich außerdem in die holländischen Pfannkuchen verliebt. Und um die Besten und Leckersten zu kosten, hier der Hotspot: “Pannenkoekenhuis De Schaapsbel” am Beestenmarkt 7. Ich liebe Pfannkuchen und Pancakes und Crêpes und alles was süß ist zum Frühstück. Für mich untypische Kombi: Brie, Bacon und Honig habe ich mir bestellt. Die war auch mit Abstand die Beste. Hervorragend hat´s geschmeckt. Wer lieber Salziges oder Deftiges lieber hat, kein Problem. Alle möglichen Variation werden dort serviert.  Ich muss schon sagen Leiden hat mich überrascht. Hätte es so nicht gedacht und der Besuch hat die Lust auf Mehr erweckt. Für die kommenden nächsten Jahre werde ich Holland für einen Sommerurlaub definitiv nicht ausschließen.

Bevor wir uns also auf den Weg in die Großstadt, nach Amsterdam, machten, ließen wir uns noch ein letztes Mal von den Sonnenstrahlen des komischen Sommers 2020 am Meer verwöhnen …

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